«Glonnnggg, Glonnnggg»
Ich höre es heute noch in den Ohren, wenn ich ans Guggital denke. Unter den Sandalen knirschte
der Kies. Wer von den Kindern ist zuerst beim Karussell im Garten? Wir rannten schnell.
Am liebsten nahm ich auf dem roten Sesseli Platz. Einen Franken eingeworfen.
Drei Sekunden warten....: «Glonnnggg, Glonnnnggg».
Dieses etwas metallene Geräusch fabrizierte das Kettenkarussell stets, bevor es Fahrt aufnahm.
Hei, wie wirbelten die Haare, flogen die Zöpfe. Unbeschwertes Glück der Jugend.
Zu kurz war jeder Ritt. Würde noch jemand eine Fahrt spendieren? Manchmal steckte uns Franz
Elsener verstohlen noch ein Geldstück zu. Er lächelte leise verschmitzt. Es ging los: «Glonnnggg».
Wenn alle Fränkler aufgeputzt waren, wechselten wir zur Schaukel. Unter der grossen Kastanie
wiegten wir uns sanft... oder auch nicht. Wir schwangen hoch Richtung der knorrigen Äste und
die Eltern, die sich an den Eisentischen an einem Bündnerplättli vergnügten, riefen:
«Hey…..hey nöd so wild!!»
Das sind meine ersten Erinnerungen ans Guggital und ich meine: «Es ist heute noch so.»
Das Guggital ist Heimat und doch strahlt es in die Welt bis hinter den Horizont des Zuger Son-
nenunterganges, den wir von der Terrasse aus geniessen dürfen.
Wie so oft, startete ich eine meiner Reisen ins Ausland mit einem Abigessen im Guggital.
Einmal ging es nach Kanada in die Rockies, und der erste Halt fand in Banff statt. Auf dem
Parkplatz hätte man Münzen einwerfen sollen, aber wir waren noch ohne Coins. Ein stämmiger
Mann, Mitte 30, im karierten Hemd und Dächlicap, kam auf uns zu. Er konnte aushelfen und
fragte im breitesten Amerikanisch. «Wo seid denn Ihr her?» Wir erklärten zuerst mal im Groben.
Doch er bohrte immer weiter. Schliesslich fiel der Name ‚Zug‘.
Da meinte er: «Oh, yes... mein Onkel Jimmy übernachtete da jeweils im Gukkitäl.
Kennt Ihr das?»
VORWORT